Das Pedalsystem SIMAGIC P700 ist ein modulares Pedalsystem für Fahrer, die ihr Bremsgefühl anpassen möchten, ohne direkt zur teuersten Hardware zu greifen. Eine 150-kg-Wägezelle, Hall-Sensoren für den Pedalweg und 35 Bremseinstellungen bieten verschiedene Möglichkeiten zur Abstimmung. Entscheidend ist nicht, wie hart die Bremse maximal werden kann. Wichtig ist das Zusammenspiel von Pedalbewegung, Sitzposition und Kalibrierung. Dieser Ratgeber führt vom Aufbau mit zwei Pedalen bis zur Konfiguration für handgeschaltete Fahrzeuge durch die wichtigsten Schritte.

Zwei oder drei Pedale passend zum Fahrzeug
Die Zweipedal-Ausführung enthält Gas und Bremse und eignet sich für Fahrzeuge mit Schaltwippen. Ein drittes Pedal ergänzt die Kupplung für manuelles Schalten und Starts mit separatem Kupplungspedal. Das Pedalsystem SIMAGIC C-P700 ist auch einzeln zur Erweiterung erhältlich. Prüfe vor der Bestellung die ausgewählte Variante: Eine einzelne Kupplung ist kein vollständiger Pedalsatz. Bei zwei Pedalen bleibt außerdem mehr Spielraum, die Bremse bequem für das Bremsen mit dem linken Fuß zu positionieren.
Bremskraft und Pedalweg verstehen
Das P700 erfasst Bremskraft über die Wägezelle und Pedalbewegung über Hall-Sensoren. SIMAGIC beschreibt die wegabhängige Reaktion als sinnvoll für weichere Einstellungen und Bodeninstallationen. Kraftabhängiges Bremsen wird praktikabler, wenn Pedalbasis und Sitz fest stehen. Die Angabe von 150 kg bezeichnet die Sensorkapazität und ist keine Aufforderung, diese Kraft mit dem Fuß aufzubringen. Kalibriere einen wiederholbaren Arbeitsbereich, ohne die Hüfte anzuheben oder den Sitz nach hinten zu schieben.

Zuerst die Befestigung auswählen
Vergleiche bei einer Cockpitmontage die P700-Montagezeichnung mit der tatsächlichen Pedalplatte. Halte die Anschlüsse zugänglich und prüfe, ob sich die Platte beim Bremsen anhebt. Teste bei Bodennutzung die Haftung auf dem vorhandenen Untergrund und sichere auch den Stuhl. Das optionale SIMAGIC P700 Wall Mount Kit bietet eine vorgesehene Möglichkeit zur wandgestützten Installation. Befolge dessen Montagekonzept; es ist kein Universalhalter für andere Produkte. Eine härtere Bremse kann einen rollenden Stuhl nicht ausgleichen.

Die Geometrie vor der Software einstellen
Setze dich mit deinem üblichen Schuhwerk und gestütztem Rücken in die Fahrposition. Richte den Pedalabstand so ein, dass Knie und Knöchel bequem arbeiten. Passe danach Höhe und Winkel an. Beim P700 sind Winkel, Höhe und Modulabstände verstellbar. Prüfe Vollgas, ohne den Knöchel übermäßig zu strecken. Bei maximaler Bremskraft sollte das Knie leicht gebeugt bleiben und der Rücken die Lehne berühren. Nutze die Silikon-Fersenauflage als festen Bezugspunkt, statt die Füße dauerhaft über den Pedalen schweben zu lassen.

Eine beherrschbare Bremseinstellung finden
Die 35 Konfigurationen ermöglichen unterschiedliche Kombinationen aus Widerstand und Weg. Beginne mit einer mittleren Einstellung und notiere die eingesetzten Bauteile. Ein weicherer, längerer Pedalweg kann auf dem Boden hilfreich sein; eine festere Einstellung kann zu einem steifen Cockpit passen. Keine Variante ist grundsätzlich schneller. Ändere jeweils nur ein Element und wiederhole dieselbe Bremsübung. Fällt das gleichmäßige Lösen beim Einlenken schwer, wähle zuerst eine besser beherrschbare mechanische Einstellung, statt das Problem mit einer ungewöhnlichen Softwarekurve zu überdecken.

In SimPro Manager kalibrieren
Verwende die aktuell unterstützte SIMAGIC-Software und prüfe die Erkennung vor dem Start des Simulators. Lege saubere Minimal- und Maximalwerte erst nach der mechanischen Einrichtung fest. Stelle das Bremsmaximum mit einer Kraft ein, die du in normaler Sitzhaltung mehrfach wiederholen kannst. Verwende nur so viel untere Totzone, dass ein leicht aufliegender Fuß keine ungewollte Eingabe erzeugt. Kalibriere anschließend die Achsen im Spiel. Große Totzonen in beiden Programmen können sonst unnötig viel nutzbaren Pedalweg entfernen.
Ein wiederholbarer Test für die erste Sitzung
Wähle ein Fahrzeug und einen bekannten Bremspunkt. Führe mehrere kontrollierte Bremsungen durch und kontrolliere, ob das Pedal den vorgesehenen Maximalwert erreicht und wieder auf null zurückkehrt. Übe anschließend das allmähliche Lösen beim Einlenken. Vergleiche die Konstanz statt einer einzelnen Bestzeit. Bewegt sich zuerst dein Körper, verbessere die Sitzabstützung oder reduziere die eingestellte Kraft. Speichere das funktionierende Setup mit Angaben zu Widerstand, Kennlinie und Schuhwerk. So lassen sich spätere Änderungen sinnvoll beurteilen.

Anschlüsse und spätere Erweiterungen
Bei einem PC-Aufbau mit einer fremden Wheelbase-Marke prüfst du den in der P700-Dokumentation beschriebenen direkten USB-Anschluss und weist die Pedale als separaten Controller zu. Ein USB-Stecker belegt keine Konsolenkompatibilität. Das P700 unterstützt optionale Haptik, doch Reaktor, passende Befestigung und Stromversorgung müssen gemeinsam geprüft werden. Richte zunächst zuverlässige Gas- und Bremseingaben ein. Vibrationen können Ereignisse vermitteln, ersetzen aber weder die mechanische Abstimmung noch eine korrekte Bremskalibrierung.
Eine komplette SIMAGIC-Grundausstattung
Wenn auch Lenkrad und Wheelbase neu angeschafft werden, kombiniert das SIMAGIC GT Neo + Alpha EVO Sport 9Nm + P700 Pedals Bundle diese Komponenten mit den Pedalen. Vergleiche den angegebenen Lieferumfang mit deinem Wunschaufbau, insbesondere hinsichtlich der Kupplung. Auch ein Hardwarepaket braucht geeignete Cockpitaufnahmen und einen passenden PC. Unser Alpha EVO-Ratgeber zu Montage und Drehmoment hilft bei der Base-Auswahl. Entscheide bei den Pedalen nach Haltung und Fahrstil, nicht nach einer vermeintlich passenden Drehmomentzahl.

Häufig gestellte Fragen
Muss ich die vollen 150 kg nutzen?
Nein. Das ist die Sensorkapazität. Wähle eine Bremskraft, die du und dein Cockpit bequem wiederholen können.
Lässt sich eine Kupplung nachrüsten?
Ja. Das C-P700 erweitert einen vorhandenen P700-Satz. Wähle die einzelne Kupplung, wenn du nur dieses Bauteil benötigst.
Nach Änderungen neu kalibrieren?
Ja. Kraft und nutzbarer Weg können sich verändern. Wiederhole daher die Prüfungen in Software und Simulator.
Sind Haptikmodule enthalten?
Sie gelten als optional, sofern dein Paket sie nicht ausdrücklich aufführt. Prüfe die offiziellen P700-Daten, bevor du Zubehör auswählst.